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Berliner Charta zum Bürgerschaftlichen Engagement 

1. Bürgerschaftliches Engagement ist ein unverzichtbarer Bestandteil zum Wohle einer
lebendigen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft. Es umfasst das Ehrenamt, die
Freiwilligenarbeit und die Selbsthilfe sowie das Engagement von Organisationen,
Initiativen, Verbänden, Unternehmen und Stiftungen.

2. Alle Unterzeichner dieser Charta erkennen die Bedeutung des Bürgerschaftlichen
Engagements der in Berlin lebenden Menschen für das Gelingen eines guten
Zusammenlebens in unserer Stadt an. Sie sprechen sich für die tragenden
Grundwerte des Bürgerschaftlichen Engagements aus im Sinne von Solidarität,
Gemeinsinn und Bereitschaft zu einem aktiven persönlichen Beitrag für eine
demokratische Gesellschaft in Berlin und unterstützen sie mit Wort und Tat.

3. Bürgerschaftliches Engagement ist eine Aufgabe aller in dieser Stadt lebenden
Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer sozialen Stellung, aller
demokratisch verfassten bzw. selbstorganisierten Initiativen, Verbände, Vereine,
Kirchen, Gewerkschaften und Unternehmen sowie der politischen Parteien des
Landes Berlin. Bürgerschaftliches Engagement fördert Partizipation, Integration und
Eigenverantwortung aller in Berlin lebenden Menschen und ihren Einsatz für ein
aktives Gemeinwesen. Bürgerschaftlich Engagierte beanspruchen, sich mit ihren
Kompetenzen und Erfahrungen in politische Entscheidungsprozesse einbringen und
mitentscheiden zu können.

4. Bürgerschaftliches Engagement nützt allen beteiligten Akteuren und bringt dabei
Freude, Anregung und Bestätigung. Es unterstützt das lebenslange und das soziale
Lernen in der Gesellschaft. Die Unterzeichnenden sehen eine nachhaltige Förderung
des Bürgerschaftlichen Engagements im materiellen wie im ideellen Sinne,
wenn folgende Rahmenbedingungen ermöglicht werden:
- Versicherungsschutz (Unfall- und Haftpflichtversicherung)
- Auslagenerstattung (insbesondere für Fahrtkosten)
- Fortbildungsangebote
- Einführung und Begleitung von Bürgerschaftlich Engagierten
- Anerkennungskultur

5. Dies setzt voraus, bestehende Unterstützungsstrukturen und die Bürgerbeteiligung
zu sichern und zu würdigen sowie neue Formen zu ermöglichen. Hierzu zählen die
Berliner Freiwilligenagenturen, Nachbarschaftshäuser und Selbsthilfeinitiativen sowie
Initiativen und Projekte, die das Bürgerschaftliche Engagement stärken. Zur besseren
Koordination und Vernetzung der bestehenden Infrastrukturen und der
gesellschaftlichen Sektoren wird die Gründung eines landesweiten Netzwerkes für
Bürgerschaftliches Engagement angestrebt.

6. Mit dieser Charta wird unterstrichen, dass Bürgerschaftliches Engagement einen
hohen Stellenwert in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung einnimmt. Seine
Bedeutung sowie die Anerkennung der Bürgerschaftlich Engagierten soll sich auch in
den Medien widerspiegeln.

7. Die Unterzeichner sehen Bürgerschaftliches Engagement als eine wertvolle
gesellschaftliche Kraft, die soziale Werte schafft. Bürgerschaftliches Engagement
muss für alle Interessierten leicht erschließbar angeboten werden und darf nicht als
Lückenfüller für reduzierte sozialstaatliche Leistungen missbraucht werden.

Diese Charta entstand im Rahmen der „Runden Tische zur Förderung des freiwilligen Engagements in Berlin“
2003 und 2004 im Zuge eines 14-monatigen Diskussionsprozesses.
Sie ist Grundlage des Selbstverständnisses von „aktiv in Berlin“ Landesnetzwerk Bürgerengagement.